DEXA-Scan: Was die Knochendichtemessung zeigt – und wer sie braucht
27. Februar 2026

DEXA-Scan: Was die Knochendichtemessung zeigt – und wer sie braucht
Fast 9 von 10 Europäerinnen und Europäern geben an, ihre Gesundheit künftig proaktiver angehen zu wollen. Dennoch wird die Knochendichte – einer der folgenreichsten und zugleich unauffälligsten Gesundheitswerte – kaum je gemessen, bevor etwas bricht.
Diese Lücke lohnt es sich zu schliessen. Ein DEXA-Scan dauert 15 Minuten, setzt einen Bruchteil der Strahlung einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs ein und liefert ein präzises, quantifiziertes Bild Ihrer Skelettgesundheit und Körperzusammensetzung. Für die meisten Menschen ist es das erste Mal, dass sie diese Daten überhaupt zu Gesicht bekommen. Hier erfahren Sie, was gemessen wird, was die Ergebnisse bedeuten – und wie Sie einschätzen können, ob ein Scan für Sie sinnvoll ist.
Was ein DEXA-Scan tatsächlich misst
DEXA steht für Dual-Energy-X-ray-Absorptiometrie. Das Gerät schickt zwei Röntgenstrahlen mit unterschiedlicher Energie durch Ihren Körper und misst, wie viel davon von Knochen beziehungsweise Weichgewebe absorbiert wird. Aus der Differenz lässt sich – mit bemerkenswerter Präzision – sowohl die Knochendichte als auch die Körperzusammensetzung bestimmen.
Der Scan liefert zwei Datenkategorien.
Die Knochenmineraldichte (Bone Mineral Density, BMD) ist der primäre Messwert. Das Gerät konzentriert sich dabei auf die Stellen, die am häufigsten frakturieren: in der Regel die Lendenwirbelsäule (L1–L4) und der Femurhals (wo Oberschenkel und Hüfte aufeinandertreffen). Das sind die Bereiche, an denen ein Knochenmasseverlust klinisch am relevantesten ist.
Die Körperzusammensetzung ist die zweite Ebene. Ein Ganzkörper-DEXA liefert Ihnen die Mager- und Fettmasse sowie – besonders wichtig – das Viszeralfett, also das stoffwechselaktive Fett, das sich um Ihre inneren Organe anlagert. Anders als das Fett, das man spüren kann, ist Viszeralfett nicht sichtbar und korreliert auch nicht zuverlässig mit dem BMI oder dem äusseren Erscheinungsbild. Erhöhtes Viszeralfett gilt als eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und das metabolische Syndrom. Der DEXA-Scan gehört zu den präzisesten nicht-invasiven Methoden, um es zu messen.
T-Score und Z-Score: Ihre Ergebnisse verstehen
Ihr Knochendichtewert wird als T-Score ausgedrückt. Dieser vergleicht Ihre Knochendichte mit einer Referenzgruppe gesunder junger Erwachsener auf dem Höhepunkt ihrer Knochenmasse. Die Weltgesundheitsorganisation definiert die Kategorien wie folgt:
| T-Score | Klassifikation | Bedeutung |
|---|---|---|
| Über −1,0 | Normal | Knochendichte im gesunden Bereich |
| −1,0 bis −2,5 | Osteopenie | Unterdurchschnittliche Dichte; noch keine Osteoporose |
| Unter −2,5 | Osteoporose | Deutlich reduzierte Dichte; erhöhtes Frakturrisiko |
Osteopenie ist keine Erkrankung. Sie ist ein Signal: Ihre Knochen verlieren schneller an Dichte als erwartet, und ohne Gegenmassnahmen wird Osteoporose wahrscheinlicher. Betrachten Sie sie als gelbes Licht, nicht als rotes. Der Wert frühzeitiger Erkennung liegt darin, dass Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls Medikamente den Verlauf wirksam verlangsamen oder sogar umkehren können.
Osteoporose ist ernster zu nehmen. Die International Osteoporosis Foundation schätzt, dass eine von drei Frauen und einer von fünf Männern über 50 im Laufe ihres Lebens eine osteoporosebedingte Fraktur erleiden wird. In der Schweiz sind rund 300'000 Menschen betroffen; allein Hüftfrakturen verursachen dem Gesundheitssystem jährlich Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Franken.
Ihr Befundbericht enthält möglicherweise auch einen Z-Score, der Ihre Knochendichte mit Personen gleichen Alters und Geschlechts vergleicht. Der Z-Score zeigt, wie Sie im Vergleich zu Gleichaltrigen abschneiden; der T-Score zeigt, wie Sie im Vergleich zur optimalen Knochenmasse abschneiden. Klinisch wird für die Diagnose in der Regel der T-Score herangezogen – der Z-Score liefert jedoch nützlichen Kontext, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen, bei denen der Vergleich mit der maximalen Knochenmasse weniger aussagekräftig sein kann.
Wer sollte einen DEXA-Scan machen lassen?
Die gängige Antwort lautet: Frauen ab 65 und Männer ab 70. Die Schweizerische Vereinigung gegen Osteoporose ( SVGO ) empfiehlt ein Screening innerhalb dieser Altersgrenzen, bei Vorliegen von Risikofaktoren auch früher.
Doch der Knochenmasseverlust beginnt häufig lange bevor Symptome auftreten – und lange bevor das Standard-Screening greift. Die folgenden Personengruppen haben guten Grund, bereits früher eine Basismessung durchzuführen.
Frauen in der Peri- und Postmenopause. Östrogen schützt die Knochendichte. Wenn der Spiegel absinkt, beschleunigt sich der Knochenmasseverlust – manchmal erheblich. Das Jahrzehnt nach der Menopause ist die Phase, in der die meisten Frauen den grössten Teil der Knochenmasse verlieren, die sie je verlieren werden. Eine Basismessung um das 45. bis 50. Lebensjahr erlaubt es, die Verlustrate zu beobachten, anstatt erst im Nachhinein Schäden zu entdecken.
Ausdauersportlerinnen und -sportler sowie Personen mit niedrigem Körpergewicht. Das überrascht viele. Sportlerinnen und Sportler – insbesondere Läuferinnen und Läufer, Radfahrende sowie Personen aus gewichts- oder ästhetikorientierten Sportarten – können trotz ihrer körperlichen Fitness eine erstaunlich geringe Knochendichte aufweisen. Eine zu niedrige Energieverfügbarkeit (zu wenig Essen im Verhältnis zur Trainingsbelastung) beeinträchtigt bei Frauen den Hormonzyklus und bei Männern den Testosteronspiegel – beides ist entscheidend für die Knochengesundheit. Dieser Zustand ist Teil dessen, was Kliniker heute als Relatives Energiedefizit im Sport (RED-S) bezeichnen. Der DEXA-Scan ist das Standardinstrument zur Beurteilung dieser Situation.
Personen mit langfristiger Kortikosteroid-Therapie. Medikamente wie Prednisolon, die bei Autoimmunerkrankungen, Asthma und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt werden, gehören zu den bedeutendsten sekundären Ursachen für Knochenmasseverlust. Viele Menschen, die diese Medikamente seit sechs Monaten oder länger nehmen, haben ihre Knochendichte noch nie kontrollieren lassen. Das sollten sie.
Personen mit familiärer Osteoporose-Belastung oder einer früheren Fragilitätsfraktur. Genetik spielt eine Rolle – und eine Fraktur nach einem harmlosen Sturz im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt ist ein Signal, dem man nachgehen sollte.
Männer über 50 mit Risikofaktoren. Osteoporose bei Männern wird zu selten diagnostiziert. Niedriger Testosteronspiegel, übermässiger Alkoholkonsum, Rauchen und eine langfristige Kortikosteroid-Therapie erhöhen das Risiko – und Männer werden seltener als Frauen proaktiv gescreent.
DEXA im Vergleich zu anderen Methoden zur Beurteilung der Knochengesundheit
Ein Standard-Blutbild kann Marker erfassen, die mit dem Knochenstoffwechsel zusammenhängen – Vitamin D, Kalzium, Parathormon (PTH) sowie Knochenumbaumarker wie Osteocalcin oder CTX. Diese sind nützlich, um zu verstehen, warum Knochenmasseverlust auftreten könnte – sie messen jedoch nicht die strukturelle Realität Ihrer Knochen. Blutmarker und DEXA beantworten unterschiedliche Fragen und ergänzen sich gegenseitig am besten.
Das Ganzkörper-MRI, das primäre Screening-Instrument von Ahead, ist ausgezeichnet darin, Weichteilpathologien, Organveränderungen und bestimmte muskuloskelettale Befunde zu erkennen. Es misst die Knochenmineraldichte jedoch nicht mit der Präzision eines DEXA-Scans. Beide Untersuchungen ergänzen sich – sie sind nicht austauschbar.
| Methode | Was gut gemessen wird | Einschränkung |
|---|---|---|
| DEXA-Scan | Knochenmineraldichte, Körperzusammensetzung, Viszeralfett | Begrenzte Weichteildarstellung |
| Ganzkörper-MRI | Organe, Weichteile, muskuloskelettale Strukturen | Keine quantitative Knochendichtemessung |
| Blutbild | Knochenstoffwechselmarker, hormonelle Ursachen | Keine strukturelle Messung |
Hier bewährt sich die Analogie von «Hardware und Software». Ihr MRI zeigt die Struktur Ihres Körpers – die Hardware. Blutmarker zeigen die biochemischen Prozesse darunter – die Software. Der DEXA-Scan fügt eine dritte Ebene hinzu: eine präzise Messung einer der wichtigsten strukturellen Ressourcen Ihres Körpers.
Wie Dr. Anna Erat, leitende medizinische Beraterin von Ahead, es formuliert: «In der modernen Präventivmedizin möchten wir Methoden triangulieren.» Ein DEXA-Ergebnis, das neben Ihren MRI-Befunden und Ihrem Blutbild steht, gibt Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – oder den Ärzten und Ärztinnen von Ahead – ein wesentlich vollständigeres Bild als jede einzelne Untersuchung für sich allein.
Was passiert, wenn etwas gefunden wird?
Die kurze Antwort: Sie gewinnen Zeit zum Handeln.
Wenn Ihr T-Score auf eine Osteopenie hinweist, sind Lebensstiländerungen wirksam. Krafttraining – insbesondere gewichtsbelastende Übungen – stimuliert direkt die Knochenbildung. Ausreichend Kalzium (rund 1'000–1'200 mg pro Tag für Erwachsene ab 50) und genügend Vitamin D (das bei vielen Erwachsenen in der Schweiz, vor allem im Winter, zu niedrig ist) bilden die Grundlage. Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin empfiehlt möglicherweise eine Kontrolluntersuchung in zwei bis drei Jahren.
Wenn Ihr T-Score in den Osteoporose-Bereich fällt, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin neben Lebensstiländerungen auch eine medikamentöse Behandlung empfehlen. Bisphosphonate sind die am häufigsten eingesetzte Medikamentenklasse und verfügen über eine starke Evidenzbasis zur Senkung des Frakturrisikos.
Einen T-Score von −2,0 mit 52 Jahren zu erhalten, ist keine schlechte Nachricht – es ist der beste Zeitpunkt, diesen Wert zu kennen. Knochenmasseverlust zu erkennen, bevor eine Fraktur eintritt, ist genau der Sinn des Screenings.
DEXA bei Ahead
Ahead bietet den DEXA-Scan als CHF 135 Zusatzoption zu jedem Ganzkörper-Check-up-Paket an. Der Scan umfasst die Knochenmineraldichte an Wirbelsäule und Hüfte sowie eine vollständige Körperzusammensetzungsanalyse mit regionaler Fettverteilung und Viszeralfett.
Die Ergebnisse werden von Schweizer Fachärztinnen und Fachärzten ausgewertet und in Ihren Gesamtgesundheitsbericht integriert – so stehen Ihre DEXA-Befunde neben Ihren MRI-Ergebnissen und Ihrem Blutbild, anstatt als isolierte Zahl ohne Kontext zu erscheinen.
Wenn Sie den DEXA-Scan mit dem Ahead Advanced oder Pro Paket kombinieren, enthält Ihr Blutbild bereits Vitamin D – oft das Erste, worauf Ärztinnen und Ärzte bei der Interpretation eines niedrigen Knochendichtewertes achten.
Zusatzversicherungen können einen Teil der Kosten für unsere Ganzkörper-Check-ups übernehmen. So erstattet zum Beispiel die Zusatzversicherung «Pulse» der KPT bis zu CHF 1'500 für Leistungen von Ahead Health.
Buchen Sie die DEXA-Zusatzoption unter aheadhealth.com/dexa-scan .



